ROMA NATALIZIA

Oh wie sehr hab ich mich auf diese Reise gefreut. Ich hatte Rom ja schon so sehr vermisst, dass ich angefangen habe von dieser Stadt zu träumen. 🙂

Ich habe beschlossen, meine Reise in 2 Beiträge auf zu splitten. Wird sonst einfach zu lang.

11. Dezember 2016

Meine Reise beginnt am Sonntag, denn ich fahre mit meinem Hundi zu meiner Schwester. Er darf ne Woche Ferien auf’m Bauernhof machen.

12. Dezember 2016

Jetzt geht es los!!!
Mit dem Zug fahre ich nach Hamburg zum Flughafen. Da der Flieger erst um 11:50 startet werde ich erst um 14:05 in Rom sein.

Aber so kann ich ein bisschen was von oben sehen.

Rom bereitet mir einen unvergleichlich schönen Empfang und mein Herz springt vor Freude.
Die Sonne strahlt. Ich fahre mit dem Leonardo Express zum Termini. Dort steht ein riesen-großer Weihnachtsbaum mit lauter Wünschen an Babbo Natale.

Hab mir dieses Mal ein Hotel direkt am Corso gebucht. Mittendrin. Hotel Caravita, ein hübsches, kleines Hotel, das sehr herzlich geführt wird. Die sehr nette Dame am Empfang in strahlendem Gelb zeigt mir alles und gibt mir auch gleich noch ein paar Tipps. 😉 Da es ja keine Saison ist, waren die Preise auch echt gut und ich hab mir die Junior Suite gegönnt.

Ich bin allerdings auch gleich wieder los, denn ich wollte ja ENDLICH mal die Spanische Treppe offen sehen. Auf dem Weg dorthin bin ich am Trevibrunnen vorbei und habe meine obligatorische Münze reingeworfen. Hat dieses Jahr ja hervorragend geklappt mit dem Wiederkommen nach Rom. 😀

Weiter Richtung Piazza di Spagna gab es ein Medienauflauf. Weiß aber nicht, was da los war.

In der nächsten Straße hab ich dann plötzlich den Vollmond (fast zumindest) entdeckt.

Also Weihnachtsbeleutung können sie ja, die Römer! 😀
Und auch die spanische Treppe sieht toll aus.

Und dann bin ich natürlich auch noch die Treppe hoch gelaufen und zum Pincio rüber. Den herrlichen Blick über das nächtliche Rom MUSS ich einfach sehen.

Auch der Piazza del Popolo ist abends einfach total schön. Ich gehen noch in die beiden Kirchen Santa Maria in Montesanto (links) und Santa Maria dei Miracoli (rechts). Die Chiesa Santa Maria in Montesanto war die letzten Male geschlossen.

Die letzten Male habe ich irgendwie nie die Casa di Goethe besucht. Eigentlich unverständlich. Das nächste Mal muss ich da auch mal rein. Ich biege noch kurz in die Via di Ripetta ein. In dem Buch „Faustinas Küsse“ wohnt Giovanni, die Hauptfigur neben Goethe, in der Via di Ripetta. In einem kleinen Restaurant zeigt sich, wie sehr die Italiener ihre Vespa lieben.

Zurück auf der Via del Corso mache ich noch einen Abstecher in die Chiesa Santi Ambrogio e Carlo. Eine sehr imposante Kirche, in der ein älteres Ehepaar gemeinsam das Ave Maria rezitiert. Ich laufe durch den Gang hinter dem Altar. Eine beeindruckende Kirche, auch wenn das in Rom eigentlich alle sind.

Gegenüber der Colonna di Marco Aurelio ist die Galleria Alberto Sordi. Die haben einen wirklich schönen Weihnachtsbaum. Da es mittlerweile schon spät genug ist und ich Hunger habe, beschließe ich im jüdischen Viertel essen zu gehen. Die Artischocke auf jüdische Art steht noch aus. Der Vollmond über dem Altare della Patria sieht so romantisch aus. ❤

Über’s Teatro Marcello biege ich in die Via del Portico d’Ottavia ein. Hier gibt es einige Restaurants. Ich laufe einmal die Straße entlang und entscheide mich für das Ba’Ghetto. Es gibt Tische draußen mit Heizsäulen.
Die Bedienung ist sehr nett und zuvorkommend.
Mein äußerst leckeres Menü:
* Carciofo ebraico – Artischocke auf hebräische Art
* Fiori di zucchine fritti – fritierte Zucchiniblüte
* Rosmarin-Lamm mit Kartoffeln (Ich wollte Lammkotletts, aber mein Ober empfahl mir dieses Lamm. Eine gute Empfehlung)
Da ich eine Nachspeise ablehnen musste, weil ich wirklich satt war, kam mein Ober mit einer Kanne Tee, einem Glas mit gesalzenen Erdnüssen und ein paar Biscotti.
Der Tee sei eine besondere arabische Spezialität. Er übergießt die Erdnüsse. Ich probiere. Schwarztee mit frischer Minze, stark gesüßt. Die Kombination mit den gesalzenen Erdnüssen ist sehr apart, sehr lecker.
Ich bin glücklich.

Die nette Dame im Hotel hat mir erzählt, dass der Orangengarten auf dem Aventino ein Geheimtipp sei, den selbst viele Römer nicht so kennen. Sie meinte, das sei ein sehr romantischer Ort. Ein bisschen weiter oben sei das berühmte Schlüsselloch. Wenn man dort durchschaut, blickt man direkt auf den Petersdom und sieht auch sonst nicht anderes.
Also laufe ich hoch auf den Aventin. Leider sind die Gärten geschlossen, aber der Blick durch die Gitter bestätigt, dass es sich um einen sehr schönen Ort handelt. Wäre was für einen lauen Sommerabend.

Allerdings habe ich das Schlüsselloch nicht auf Anhieb gefunden. Und so bin ich erstmal im Pontificio Ateneo Sant’Anselmo gelandet. Das war ein kleines bisschen unheimlich, denn mittlerweile war es ja schon spät und sowieso alles menschenleer. Nur 2 Mönche sind mir vorher begegnet. Die Pforten waren offen und so hab ich mich auf das dunkle Gelände gewagt. Am Ende des Weges war ein Gebäude, das innen beleuchtet war. Doch die schwarze Gestalt jagte mir kurzfristig einen Schreck ein, bis ich erkannte, dass es eine Statue war.

Ich bin wieder raus und wollte schon wieder ins Hotel gehen, als ein Auto angefahren kam, vier Leute ausstiegen und zu einem Tor gingen und da irgendwas machten. Das musste die Tür sein. Als sie dann endlich wieder gefahren sind, bin ich auch hin. Und tatsächlich, das Schlüsselloch. Die Fotos sind leider nicht gutgeworden, aber der Blick lohnt sich. 😉

Ich mache mich beschwingt auf den Weg zurück zum Hotel. Wieder kommen mir zwei Mönche entgegen und ein Musikus. Vorbei am Bocca della Verita und dem Apartment, wo ich im April mit Jerry war. Ein bisschen Freilicht-Museum an der Straßenseite, Area Sacra di S. Omobono.

Glücklich komme ich im Hotel an, bedanke mich bei der Rezeptionistin für den tollen Tipp und blicke von meinem Zimmer aus noch ein wenig auf den Corso. Dann schlafe ich selig ein.

13. Dezember 2016

Ich Hotel gab es ab 7 Frühstück. Ich war die erste am Buffet.
Schließlich wollte ich noch möglichst viel von Rom haben, bevor es weiter nach Sizilien geht.
Dann musste ich noch Koffer packen und deponieren.

Eigentlich wollte ich zuerst ins Pantheon, einen meiner absoluten Lieblingsplätze in dieser Stadt, aber ich war kurz nach 8 Uhr da und der Wachmann sagte mir, dass ich erst ab 8:30 rein könne. Dann eben erst zur Engelsburg.

Vorbei am Piazza Navona durch die kleinen Gässchen zum Lungotevere Tor di Nona.

Doch als ich dann kurz vor halb 9 an der Engelsburg war, musste ich erfahren, dass die Engelsburg erst um 9 Uhr ihre Pforten öffnet. Ich laufe ein bisschen um die Engelsburg herum und finde einen alten Tunnelgang. Wo der wohl lang führt? Von dem Brückengang weiß man das ja. 😉 Das war der geheime Fluchtweg für die Päpste vom Vatikan in die Engelsburg.

Also dann erst in den Vatikan. 😀

Der Weihnachtsbaum und die Krippe sind wirklich schön. Und in der Morgensonne ist alles extra schön!

Dann gehe ich noch mal durch die Kontrolle und statte auch dem Petersdom einen Besuch ab. Ich möchte unbedingt auch in die Sixtinische Kapelle.

rom_8155Zur Sixtinischen Kapelle kommt man nur durch die Vatikanischen Museen. Der Weg dahin ist gut 10-15 min. zu fuß.

Überall das Schlüsselsymbol.

Die ganzen Irformationsleute wollen mir eine special Tour verkaufen, mit der ich alle Schlangen umgehen kann und gleich ins Museum komme.

Mal davon abgesehen, dass ich eh gerne auf eigene Faust unterwegs bin. Es GIBT nirgendwo ne Schlange. 😉

Ich werde mir eine der nächsten Mal die Zeit nehmen und mir die Museen richtig anschauen, aber dafür braucht man ja n ganzen Tag, also gibt es die Kurzversion und die Abkürzung zur Sixtinischen Kapelle. Trotzdem hab ich einiges gesehen.

Es gab auch eine Videoinstallation. An drei Wänden waren Leinwände, auf denen man sehen konnte, wie Besucher neugierig vor der Kamera stehen. In der Mitte des Raumes war eine große schwarze Platte mit einem Spot. Neugierig wie ich war, hab ich meine Hand ins Licht gehalten und ein tiefer Trommelschlag ertönte. Ich probierte das ein paar mal, bis mir auffiel, das meine Hand auf der Platte als Projektion erschien. Also blickte ich in den Spot und in kurzen Abständen ertönte der Trommelschlag. Und dann wurde ich zu Kunst:

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Als ich dann in die Sixtinische Kapelle trat, hielt ein Priester gerade eine Predigt.
Ich war überwältigt von der Kapelle, von den Bilder, von der Atmosphäre. Und dann hab ich es entdeckt. Allerdings dachte ich, dass „Die Erschaffung Adams“ von Michelangelo größer wär und eigenständig steht. Aber dieses Bild ist Teil eines riesigen Deckenfreskos mit biblischen Geschichten.

Man darf keine Fotos machen, aber ich konnte es mir nicht verkneifen.

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Ich bin den Menschen aus der Kapelle gefolgt. Aber dann fiel mir ein, dass sie an der Kasse gesagt haben (auf meine Nachfrage), dass ich auch über die Sixtinische Kapelle in der Petersdom gelangen kann.

Vorher hab ich noch diese Bibel gesehen:

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Dann bin ich zurück in die Kapelle und habe mir vom Wachmann den eher unauffälligen Weg Richtung Petersdom zeigen lassen. Man hat das Gefühl plötzlich im nicht öffentlichen Teil des Vatikans zu sein.

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Und dann kam ich aussen am Seitenflügel des Petersdoms raus.
Die Statuen, die dort stehen sind alles Frauenfiguren. Erst war ich überrascht, dann fasziniert.

Dann mache ich mich auf den Weg zur Engelsburg. Das Wetter ist ein TRAUM!
Ich laufe die Treppen rauf auf den ersten Rundgang. Hier oben stehen noch alte Abwehr-Waffen, eine Steinschleuder und jede Menge Eisenkugeln. Der Blick über die Engelsbrücke und die Stadt ist von hier aus schon toll. In einem Innenhof steht ein Erzengel aus Marmor mit eisernen Flügeln.

Der Saal zu Ehren Alexander des Großen und die päpstlichen Gemächer.

Weiterhoch kommt man an der Kammer mit den Schatzkisten vorbei nach ganz oben auf die Plattform unterhalb des Erzengels Michael.

Die Geschichte zu dem Engel auf dem ehemaligen Mausoleum für den römischen Kaiser Hadrian stammt aus der Pestzeit.

Den heutigen Namen erhielt die Anlage im Jahr 590, als in Rom die Pest wütete. Papst Gregor I. der Große soll über dem Grabmal die Erscheinung des Erzengels Michael gesehen haben, der ihm das Ende der Pest verkündete, indem er das Schwert des göttlichen Zorns in die Scheide steckte. Da die Pest wirklich zu Ende ging, erinnert heute noch die Statue des Engels auf der Spitze des Gebäudes an diese Episode.
[Quelle: Wikipedia]

Der Blick von hier oben ist wunderschön.

Ich steige wieder eine Ebene runter. Hier gibt es ein romantisches kleines Restaurant mit Bar. 🙂 Was für eine Location!!!

In einigen Räumen findet eine Ausstellung statt Manzù. Dialoghi sulla spiritualità, con Lucio Fontana. Eine Ausstellung mit Werken, die nach dem 2. Weltkrieg entstanden sind und sich mit sakraler Kunst auseinandersetzt. Ein paar Räume weiter gibt es noch Bilder von der Engelsburg.

Runter nehme ich die antike Rampe zur Grabkammer.

Dann muss ich aber erstmal was essen und ich liebe die römische Pizza, die echte, die, die man auf die Hand bekommt.

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mit Ricotta und Petersilie

Dann laufe ich ein bisschen weiter. Die Chiesa San Giovanni de‘ Fiorentini wirkt prächtig, aber ich laufe weiter. Als ich an der Chiesa Santa Maria in Vallicella vorbei komme entschließe ich mich rein zu gehen. Nach kurzer Zeit kommt ein netter Typ auf mich zu und bietet mir einen Audioguide an, der mir in 5 Minuten ein bisschen was über die Kirche erklärt. Es ist eine wirklich schöne Kirche. Die Bilder im Altarraum sind frühe Werke von Rubens.

Jetzt muss ich aber in Pantheon. Ein MUSS für jeden Rombesuch. 😉 Das ist ein ganz besonderer Ort.

Jetzt gönne ich mir erst mal eine Monachella.

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Ein Stückchen weiter komme ich an einer kleinen, offenen Kirche vorbei, in der gerade für die Obdachlosen eine Verköstigung gemacht wird. Die Atmosphäre ist heiter und herzlich. Sowas finde ich toll.

Und dann war ich wieder am Largo di Torre Argentina. Der Ort an dem Julius Caesar umgebracht wurde und der heute ein Katzenimperium ist.

Auf dem Weg zurück ins Hotel komme ich an einer Boutique vorbei. Für die Geistlichen. 😉

Da ich dann doch recht früh am Hotel bin, gehe ich noch mal in die Chiesa di Sant‘ Ignazio di Loyola. Das ist die Kirche, bei der beim Bau das Geld für die Kuppel ausging und deshalb die Kuppel mit einer optischen Täuschung erzeugt wurde. Genauso, wie die übrige Deckenwölbung nur durch Maltechnik zustande kommt. An der Decke wurden die 4 (damals bekannten) Kontinente integriert. Europa, Amerika, Asien und Afrika. Über einen Spiegel kann man leichter das Deckengemälde bewundern.

Dann hab ich meinen Koffer geholt, mir noch die Schuhe gewechselt und mich dann auf den Weg Richtung Termini gemacht.

Eines fehlte noch: GELATO

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Dieses hab ich mir dann auf dem Piazza del Quirinale schmecken lassen, während die Sonne über Rom langsam unterging.

Und dann geht mein Rom-Besuch zu Ende und Rom verabschiedet mich mit flüßigem Gold

Ich komme bald wieder.

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Mit dem Leonardo Express geht es zum Flughafen Fiumicino und weiter nach Palermo …

SICILIA – Tag 1 – Der Westen
SICILIA – Tag 2 – Cefalù
SICILIA – Tag 3 – Der Süden

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