SICILIA – Insel der Dolci – Tag 1 – DER WESTEN

Die 2 Tage Rom waren traumhaft!!!

13. Dezember 2016

Sizilien steht besonders für die Mafia und so wurden wir am Flughafen auch gleich von einem Polizeihund begrüßt. Und wir werden alle ganz genau abgeschnüffelt. Ein wenig mulmig ist mir dabei schon zumute.

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Für Sizilien hab ich mir ein Autochen gemietet und mir die Insel ein wenig anschauen zu können. Allerdings finde ich meine Autovermietung nicht am Flughafen. Die nette Dame von Sixt erklärt mir, dass Greenmotion ausserhalb des Flughafens sind, aber einen Fahrer schicken, der mich abholt. Netterweise ruft sie auch gleich dort an.

Mein Flieger ist um kurz nach 20 Uhr gelandet. Bis ich das Auto dann habe und nach ca. 90 Minuten Fahrt komme ich gegen 22 Uhr in Cefalu‘ an. Viel sehe ich noch nicht. Margueritha übergibt mir das Appartment, DIREKT am Meer.

Ich hab einen kleinen weißen Fiat 500 bekommen.

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Super Tipp von meiner Schwester:
In der Google Maps App die Offlinekarten von dem Gebiet runterladen, in dem man unterwegs ist. So hat man ohne Verbindungskosten immer seinen Navi dabei. 🙂

Cafalu‘ bei meiner Ankunft 🙂 ❤

Das Meer ist wirklich direkt unter meinem Balkon und das Meeresrauschen ist wundervoll! Ich gehe noch mal runter an den Strand und in das kleine Restaurant am Ufer, das Magueritha mir empfohlen hat. Al Gabbiano. Ich habe einen Insalata di Polpo gewählt. Sehr köstlich!!!

Glücklich kuschel ich mich dann in mein Bett und schlafe mit dem Meeresrauschen ein.

14. Dezember 2016

Leider ist es am nächsten morgen trüb und regnerisch. Doch meine Freude trübt das nicht.
Das ist mein Appartement:

Da das Wetter eh schlecht ist, beschließe ich ein wenig die Insel zu erkunden. Eine meiner Touren sollte über Erice, Trapani nach Marsala gehen. Auf der Karte sehe ich allerdings, dass es eine Strecke gibt, nicht nur über die Autobahn und Schnellstraße, sonder über Castellammare del Golfo.

Aber da in meinem Reiseführer von Hanns-Josef Ortheil gelesen hatte, dass man in Sizilien nie ohne Dolci unterwegs sein darf, gehe ich erstmal in die Bäckerei um die Ecke und besorge mir ein Schokobrötchen und ein paar Buccellati.

Leider komme ich auf der Autobahn nach Palermo in einen heftigen Stau. 20 Minuten geht es nur im Schritttempo voran. Irgendwann kommen wir an die Stelle, wo ein Auto liegen geblieben ist. Trotzdem genieße ich die Fahrt. Das Wetter bleibt aber trüb-regnerisch.

Als ich dann allerdings in Castellammare del Golfo ankomme hat sich das Wetter aufgelockert und die Sonne kommt raus.

Die Straßen hier sind echt steil, aber mit meinem kleinen Autochen geht das gut. Ich suche mir einen kleinen Laden, kaufe mir noch etwas Obst, Wasser für die 4 Tage und nehme mir noch ein leckeres Sandwich mit selbstgemachtem Käse und Olive mit.
Leider gibt es hier viele Einbahnstraßen und wegen dem Weihnachtsmarkt sind einige Straßen gesperrt. Dafür lande ich so vor einer kleinen Kirche. Ich parke in einer Seitenstraße und laufe zur Kirche. Es ist kurz vor 1 und scheinbar beginnt gleich die Messe, denn so langsam trudeln die Leute ein.

Ich verlasse die Kirche wieder und steige in mein Auto. Allerdings wird die Fahrt aus dem Ort gar nicht so leicht. Die Steigung der Straßen ist nicht ohne und Anfahren am Berg muss ich auch öfter. Als ich dann endlich wieder auf der großen Straße bin halte ich nach ein paar hundert Metern noch mal an einer Aussichtsplattform und schaue runter auf Castellammare del Golfo.

Mein zweites Ziel ist Erice. Meine Regisseurin aus Berlin hatte mir diesen Ort sehr empfohlen und meinte, dass es mir dort sicher sehr gefallen wird. Auf dem Weg Richtung Erice sehe ich einen Berg, dessen Gipfel komplett wolkenverhangen ist. Ich hoffe, dass das nicht Erice ist. Während ich mich die endlosen Serpentinen hoch schlängle wird mir klar, dass ich immer weiter in die Wolken fahre. Ich weiß nicht, wie lange ich hoch fahre, gefühlt eine Ewigkeit. Als ich oben bin ist mir leicht schwindelig und schlecht und es ist so nebelig, dass man auch nicht weit schauen kann. Der Parkwächter gibt mir gleich einen Überblick, wo es lang geht und was ich hier machen kann.
Es gibt einen Dom und den Campanile dazu. Ich kaufe mir ein Ticket für den Dom, vom Campanile aus sieht man heute sowieso nix. Ich bekomme noch einen Plan zu „Friendly walk around Erice“. Die Stadt hat den Titel „City of Science for Peace“. WOW!
Der Dom haut mich um. Das ganze Innere ist verziert mit filigransten Marmor in unterschiedlichen Farben.

Die Mystik dieses Ortes zeigt sich heute allerdings dadurch, dass der Ort so ruhig und verlassen scheint und der Nebel einem das Gefühl gibt, dass man sich in einer anderen Welt und Zeit befindet. Auch von den Kirchen ist keine andere auf, was sehr schade ist, denn den Bildern nach hätte ich mir die sehr gerne angeschaut.

Trotzdem laufe ich den Weg ab und plötzlich stehe ich auf einer Art Marktplatz mit einem Weihnachtsmarkt. Es hat etwas skurriles hier oben einen Weihnachtsmarkt zu sehen. Laufkundschaft kommt hier sicher nicht her und der Ort selber ist doch recht klein. Ausser mir sind auch nur noch 2 Leute da, die gerade wieder in einer Gasse verschwinden. An den meisten Ständen steht allerdings auch niemand oder es wird noch aufgebaut)

Ich laufe weiter zum alten Tor und zum Fort. Von hier aus hat man einen phantastischen Blick übers Land bis auf’s Meer. Und hier hängt auch der Nebel nicht so fest, im Gegenteil, es gibt sogar blauen Himmel. Ich beschliesse auch noch den Weg über die Burg zu gehen, jetzt wo ich schon mal hier bin.

Ich sehe eine Frau, die in ihrem Hof irgendetwas herrichtet und ich frage mich, wie das Leben hier oben wohl sein mag, was man tut, wenn man hier oben lebt. Man muss die Abgeschiedenheit auf jeden Fall lieben.

Auf dem Weg zur Burg sehe ich von weitem einen weiteren einsamen Touristen. Als ich näher komme, sehe ich, dass er ein Fahrrad dabei hat. Der wird doch nicht den ganzen Berg mit dem Fahrrad hochgefahren sein??? Als ich näher komme ruft er mir schon von weitem zu, ob ich englisch spreche. Er wollte wissen, ob ich wüsste, wie hoch wir wären. Da ich mir vor einiger Zeit mal einen Höhenmesser auf’s Handy geladen habe, suche ich die App. Währenddessen frage ich ihn, ob er mit dem Fahrrad hochgefahren sei. Er be-ja-t. Und das in unter einer Stunde. Ich bin gefühlt ne halbe Stunde die Serpentinen hochgefahren. Gut, waren wahrscheinlich 10-15 min. Die App zeigt an, dass wir auf 751 m sind. Ich bin beeindruckt. Wir unterhalten uns ein bisschen weiter, bis rauskommt, dass er aus Sri Lanka ist, aber seit 4 Jahren in Jena lebt und wir daraufhin auch zu deutsch wechseln. Die Welt ist manchmal wirklich klein. Wir unterhalten uns noch eine ganze Zeit und dann mach ich mich aber auf den Weg Richtung Trapani und er will sich auf meinen Rat hin noch den Dom anschauen.

Auf dem Rückweg sehe ich, dass es eine Seilbahn hier hoch gegeben hätte. Warum hab ich das nicht früher gesehen … So muss ich mich langsam und vorsichtig wieder die Straße nach unten schlängeln. Ich komme noch an einer Olivenernte vorbei und bin dann heilfroh, als die Straßen wieder gerade verlaufen.

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Wilder Fenchel am Wegesrand

Die Sonne neigt sich leider wirklich schnell zum Horizont. Ich suche mir einen Punkt am Hafen in Trapani aus und fahr dorthin. Hier ist alles leider recht menschenleer, aber dafür sehr schön. Besonders in der untergehenden Sonne.

Ich laufe durch die kleinen Gässchen und entdecke plötzlich eine Kirche. Ich bin in der Prachtstraße Corso Vittorio Emmanuele gelandet und stehe vor der Cattedrale di S. Lorenzo.

Direkt gegenüber ist eine kleine Bar und ich trinke erstmal einen Espresso.
Da ich gerne auch noch nach Marsala möchte, beschließe ich, noch ein bisschen durch die Straßen zu laufen und dann weiterzufahren.

Ich steige also in mein Auto und mach mich auf den Weg Richtung Süden.

Auch in Marsala fahre ich erstmal ans Ufer, Lungomare Boeo. Die Sonne ist schon so gut wie untergegangen.

Und dann verfahre ich mich erstmal ordentlich. Eigentlich wollte ich ins Stadtzentrum und muss dazu noch ein wenig weiter am Meer entlangfahren, aber dann verpass ich die Abbiegung und als ich wieder aus dem Ort raus bin, ist mir klar: Hier bin ich falsch. Also zurück. Ich such in Google Maps ein Restaurant im Stadtzentrum und lass mich leiten. Aber auch hier gibt es Weihnachtsabsperrungen. Da aber in der Nähe auch ein Parkplatz ist, parke ich und laufe über durch die weihnachtlich beleuchteten Straßen.

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Ich laufe in die Via XI Maggio. Hier herrscht ein reges Treiben. Ich lass mich ein bisschen durch die Menge treiben und entdecke dann eine kleine Kirche, deren Türe offen stehen:

Als ich wieder rausgehe bemerke ich, dass die älteren Frauen sich im Vorbeigehen bekreuzigen. Das fällt mir im laufe des Abends noch an anderen Kirchen auf. Allerdings nur bei der 60+ Generation.

Nur ein paar Schritte weiter blicke ich in einen Weihnachtsbazar. Der Raum sieht allerdings so aus, als wenn das auch mal eine Kirche gewesen wäre.

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Und dann komm ich auf die Piazza della Repubblica mit einen leuchtend roten Weihnachtsbaum. 🙂

Die Chiesa Madre ist ein schöne Kirche

Ich habe so langsam Hunger, aber irgendwie ist hier kein richtiges Restaurant in der Nähe, also beschliesse ich um die Ecke der Chiesa in eine kleine Bar zu gehen. Auf einer Karte steht der spezielle Coucous mit Fisch, den ich sowieso probieren will. Nachdem ich mich auf den Hocker an dem hohen Tisch gesetzt habe und die Karte bekomme, muss ich jedoch feststellen, dass der Aufsteller zur Lokalität daneben gehört, die aber (noch) nicht auf hat. Naja, egal, dann gibt es eben Arancini mit Schinken und Käse und vorweg Bruscetta mit Thunfisch. 🙂 Dass dann aber gleich 6 Bruscetta kommen, damit hab ich nicht gerechnet und die Arancini sind auch sehr groß. Aber so werde ich wenigstens mehr als satt.

Da es noch nicht allzu spät ist, schlendere ich noch ein wenig die Via Giuseppe Garibaldi entlang. Ich komme an ein schönes Tor, doch irgendwas zieht mich nach links. Ich biege ab, ein paar Stufen hoch und trete durch einen breiten Eingang in einen verzauberten Innenhof. Das Licht, die Bäume, der Brunnen, das Plätschern des Wassers … das ist wie in einem Märchen.

Auf der anderen Seite des Innenhofs ist eine kleine Bar. Obwohl ich satt bin, kann ich nicht widerstehen und kaufe mir noch zwei sizilianische Cannoli. Der Herr hinter der Theke ist so herzlich und die Cannoli macht er ganz frisch. Dauert auch seine Zeit bis er damit fertig ist, aber das Warten hat sich gelohnt. Es ist köstlich. Nur hatte ich auch hier gedacht, dass die Portion kleiner ist. Eins hätte mehr als gelangt. Dann heb ich das andere für morgen auf.

Satt und zufrieden laufe ich zurück zu meinem Auto und mach mich wieder auf den Weg nach Cefalu‘.
2,5 Stunden werde ich brauchen.

Dafür scheint der Mond bei meiner Ankunft mystisch über der kleinen Stadt.

Als ich dann endlich wieder in meinem Apartment bin, ziehe ich mir schnell ein Kleid an und laufe noch mal runter zum Strand. In der Nacht sieht alles sehr schön aus. Ich ziehe meine Schuhe aus und laufe den Strand entlang durchs Meer. Das Wasser ist nicht kalt und wenn das Wetter mitspielt werde ich in jedem Fall auch nochmal schwimmen gehen.

Ich war heute so viel mit dem Auto unterwegs, dass ich für den nächsten Tag beschließe in Cefalu’ zu bleiben und mir den Ort anzuschauen. Auf dem Tisch liegen ein paar Prospekte. Da der Aufstieg auf den Felsen La Rocca so empfohlen wird, werde ich das auf jeden Fall tun.

Ich kuschel mich in mein Bett. Mit Einschlafen wird das allerdings nicht gleich was, da sich die Nachbarn über mir vergnügen …

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