SICILIA – Insel der Dolci – Tag 2 – CEFALÙ

ROMA NATALIZIA
SICILIA – Tag 1 – Der Westen

15. Dezember 2016

Ein Blick aus dem Fenster sagt mir, dass das heute morgen nix wird mit schwimmen. Es ist zu trüb. Ich dusche erstmal und mach mich dann auf den Weg Cefalu‘ mal in Ruhe bei Tageslicht zu betrachten.

Ich komme an einem mittlerweile über 100 Jahre alten Kino vorbei. Noch ist alles zu, aber ich werde mal sehen, ob ich mir dort einen Film anschauen kann. 🙂 ❤

Der Platz vor der Chiesa di Cefalù ist das Herzstück des Ortes. Auch hier steht ein kegelförmiger Weihnachtsbaum, allerdings mit vielen Geschenktüten drumrum. Für wen die wohl sind? Ich freu mich ausserdem schon drauf, wenn die Beleuchtung heute abend angeht.

Dann lauf ich erstmal zur Kathedrale. Davor finde ich ein Schild, dass die Kathedrale zum UNSECO Weltkulturerbe gehört. Die Tür steht offen, also gehe ich rein.

Die Kathedrale ist wirklich sehr beeindruckend, besonders auch diese Fenster.

Zur Kathedrale gehört auch noch ein Kreuzgang. Dafür muss ich aber erst wieder raus und an der Seite zwischen der Kathedrale und dem Kloster ganz nach hinten durchgehen. Leider sind viele Reliefs gar nicht oder nur sehr schlecht erhalten und die Pflanzen im Inneren der Kreuzgangs sind auch recht mickrig, aber was solls. 🙂

Als ich wieder auf den Platz rauskomme, kaufe ich in einem kleinen Laden Postkarten und Magnete und dann mach ich mich auf den Weg La Rocca zu erklimmen.

Der Mann in dem kleinen Häuschen am Eingang langweilt sich sicher auch zu Tode. Hier kommen zur Zeit sicher nicht viele Touristen vorbei. Und das Ticket zieht man eh am Automaten.

Über Treppen kommt man recht bald zur ersten Schutzmauer, allerdings muss man dann echt suchen, um den weiteren Weg zu finden.Ausgeschildert ist nichts und abgesichert erst recht nicht. Hier brauch man schon besseres Schuhwerk. Ich tippe im Sommer haben die wenigsten das dabei. Aber der Aufstieg lohnt sich allemal. Was für eine wunderschöne Natur!

An einer Weggabelung steht ein Wegweiser.
Ich entscheide mich für das Castell und nicht den archäologischen Bereich und den Diana Tempel. Das mach ich später.

Das Wetter braut sich so richtig zusammen und nachdem ich schon sehr weit gekommen bin, fängt es an zu regnen. Nur leicht, aber irgendwie bin ich ein bisschen zu alpengeprägt. Ich rechne damit, dass das Wetter komplett umschlägt und eventuell auch Blitz und Donner aufziehen. Also was tun. Hier ist weit und breit nichts, das Schutz bietet. Ein kleiner Baum ist das einzige, dass so groß ist wie ich. Da ich auch die letzten 20 Minuten nur über freie Fläche gelaufen bin, bleibt nur eins: weiter hoch. Immerhin ist dort oben irgendwo ein Castello und vielleicht gibt es da noch irgendwas mit Dach. Zum Glück wird der Regen nicht schlimmer. Ich entdecke tatsächlich ein kleines Häuschen, wahrscheinlich ein Wach- und Aussichtshaus. Ich setze mich auf eine Stein der darinnen liegt und trinke erstmal was. Der Aufstieg war doch anstrengend. Solange es draußen noch regnet, packe ich die Postkarten aus und schreibe hier oben meine Urlaubsgrüße.

Das bisschen Regen hört auch bald schon wieder auf. Von hier oben hat man eine phantastische Aussicht!

Beim Abstieg wähle ich an der Weggabelung die Richtung zum Diana Tempel.

Und dann komm ich an den Diana Tempel. Der Tempel wurde 500 v.Chr. von den Griechen zu Ehren von Artemis errichtet. Artemis entspricht der römischen Diana und wurde er später umbenannt. Absolut faszinierend, wie sie es geschafft haben, hier oben ein solches Bauwerk zu erschaffen. Beeindruckend. Man kann in dem Tempel auch rumlaufen. Ich wünsche ich könnte sehen, wie er zu seiner Blütezeit aussah …

Ein paar Schritte weiter gibt es dann noch eine kleine Kirche und die Überreste von großen Öfen und Lagerhäusern, denn schon zu Zeiten des byzantinischen Reiches flüchteten die Bewohner von Cefalù oft vor Angreifern und Plünderern auf La Rocca.

Ein Stückchen weiter unten, direkt oberhalb des alten Stadtteils von Cefalù befindet sich die lange Schutzmauer. Von hier hat man den so berühmten Blick auf die Stadt und die Kathedrale. Und dieser Blick ist wirklich einfach umwerfend.

Ich muss wieder zurück zu den Öfen und den Lagerhäusern und von dort dann wieder den zurück nach unten. Auf dem Weg entdecke ich eine Grotte, aber ich kann nicht näher ran, ist zu unwegsam.

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Dann bin ich Richtung Kathedrale wieder runter ins Stadtzentrum gelaufen.

Ich setzte mich mit Blick auf die Kathedrale ins Caf’é di Ruggero und blicke zu La Rocca. Da oben war ich. 🙂

Und dann bestelle ich mir eine Granita al Limone. 🙂 Eine Köstlichkeit! Sonne im Glas! Und aus den unvergleichlichen Zitronen der Insel gemacht. SO schmeckt Zitrone wirklich.

Genüsslich löffel ich mein Glas aus. Hach, ausserdem ist das nach mein „Bergtour“ genau die richtige Erfrischung.

Dann gehe ich nochmal kurz ins Appartement. Überall hängt die Wäsche draußen und es riecht so gut.

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Von meinem Balkon bietet sich mir dann dieser Anblick ❤

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Bevor die Sonne untergeht, will ich zur Mole gehen. Auf dem Weg dahin komme ich an der mittelalterlichen Waschstelle, dem Lavatoio Mediavale, vorbei:

Dann bin ich am La Marina. Ich laufe die Molo entlang bis nach vorne.

Hinter der Mauer gibt es noch einen kleinen Weg, von dem man aus Richtung Norden über’s Meer schauen kann.

Die Molenmauer von der Vorderseite:

Ich entdecke noch einen alten, zugemauerten Bogen. Das sieht so verzaubert aus.

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Durch den Torbogen gelangt man auch wieder runter auf die Felssteine. Man könnte am Ufer entlang laufen, aber ich entscheide mich für die Straße.

Hier auf der Straße sind einige Lokale und ich schaue schon mal, ob mich was anlacht. Der Laden, in dem sie das Couscous anbieten hat leider genau heute zu. 😦

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Schönste Weihnachtsbepflanzung

Auf der Piazza Crispi befindet sich eine recht schmucklose Kirche, die Chiesa dell’Itria. Ich wollte reingehen, aber beim Öffnen der Tür bekomme ich von einem Mann und einer Frau einen strengen Blick zugeworfen, vermutlich sind die beiden im Gebet. Ich ziehe mich lieber zurück und trete auf die Bastione.

Von hier aus wurden früher die Kanonen abgefeuert.

Ich laufe noch etwas weiter. Durch einen Torbogen gelange ich an eine Stelle, an der man ein paar Stufen runter, durch einen Durchgang auch wieder ans Meer gelangt. Aber dieser Durchgang ist wie ein wunderschöner Naturrahmen und der Blick ist hinreißend!

Ich laufe noch weiter Richtung Osten. An der „Balati lisci“ laufe ich die Stufen runter auf die Steine. Hier scheint ansonsten wohl eine große Badestelle zu sein.

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Bin ich froh, dass da noch andere Sprachen draufstehen. So kann man sich zusammenreimen was gemeint ist. 😉

Baden würde ich hier zwischen den Steinen nicht wollen, aber schön ist es allemal.

Noch ein Weihnachtsbaum auf dem Rückweg.

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Ich kaufe in einem kleinen Laden noch Marmelade, Sardinenpaste und eine kleine Flasche Marsala Wein als Mitbringsel. Mittlerweile ist es richtig dunkel. Ich gehe zurück auf den Platz vor der Kathedrale. In den Straßen spielen aus Lautsprechern Weihnachtslieder. 🙂 Selbst die Palmen haben ihre Lichterketten umgelegt. Es sieht phantastisch aus!

Direkt an dem Piazza Duomo ist das Café Duomo mit einer leckeren Dolci Auslage. Hier werde ich die nächsten Tage auch noch mal zuschlagen. Jetzt muss ich aber erstmal was richtiges essen. So langsam bekomme ich dann doch Hunger. Aber verlockend ist es schon:

Ich laufe den Corso Ruggero entlang und komme an der süßen kleinen Chiesa del Purgatorio vorbei. Die Türen stehen offen und drinnen beten die Frauen von Cefalù.

Dann entdecke ich, dass es direkt gegenüber von meinem Appartement ein Theater gibt. Solange die Türen zu sind, bemerkt man das gar nicht. Und es ist ein sehr schönes Theater. Wenn ich das richtig deute, findet dort aber heute Abend ein Vortrag statt. Ich frage, ob ich einen Blick reinwerfen kann. Auf der Bühne ist auch eine Leinwand runtergelassen, auf die etwas gebeamt wird. Alles noch Vorbereitung für später.

Ich beeile mich, denn ich will sehen, ob ich vielleicht ins Kino gehen kann. Es ist zwar offen, aber der Herr sagt mir, dass es erst morgen einen Film gibt. Heute ist keine Vorstellung. Ich laufe noch ein wenig durch die Straßen. Die Musik wird zentral gesteuert und überall in den Straßen sind Lautsprecher. Die Atmosphäre ist wirklich wunderbar weihnachtlich. Allerdings ist „I’m dreaming of a white christmas“ hier zu hören irgendwie komisch. Ich glaube nicht, dass es hier jemals weiße Weihnacht gab. Aber träumen darf man ja!

Als ich wieder auf der Via Vittorio Emanuele bin, spricht mich das I Sapori di Don Ciccio an. Schlichtes modernes Design, aber die Karte klingt verlockend.

Der Gruß aus der Küche ist allerdings etwas ungewöhnlich:

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Gruß aus der Küche

Eine Sardelle auf Brot, ein hart gekochtes Ei und ein Zibibbo, ein sizilianischer Süßwein.
Auf die Frage, ob es irgendeine spezielle Art gibt das zu essen, bekomm ich als Antwort: So wie Sie es wollen. Ist durchaus interessant. Der Zibibbo ist sehr lecker.

Das Essen ist vorzüglich:
Ich habe nicht mehr die genaue Bezeichnung im Kopf, aber ich nehme Pasta mit Fischragou und dann den Fisch des Tages (Dorade) mit Auberginen Involtinis. Die sind göttlich. Mit Rosinen und Pinienkernen gefüllt und einer Tomatensoße. Als Nachtisch ein Mandel-Parfait und einen Caffè. Der wird total süß auf einer kleinen Palette serviert.

Zum Essen lasse ich mir einen Weisswein aus der Region empfehlen. Sehr gute Wahl. 🙂

Auf der einen Seite des Lokals ist eine große Karte von Sizilien, auf der kleine Polaroids kleben. Die Leute am Nebentisch sind von der Insel und so erklärt er ihnen, dass er Fotos von den Gästen macht, die von der Insel kommen. Süße Idee!

Satt und äußerst glücklich gehe ich ins Bett!

CEFALÙ, SEI BELLA!!!

SICILIA – Tag 3 – Der Süden

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4 Gedanken zu “SICILIA – Insel der Dolci – Tag 2 – CEFALÙ

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