SICILIA – Insel der Dolci – Tag 3 – DER SÜDEN

ROMA NATALIZIA
SICILIA – Tag 1 – Der Westen
SICILIA – Tag 2 – Cefalù

16. Dezember 2016

Buongiorno!!! 🙂
Ein Blick aus dem Fenster ist vielversprechend. Es ist ein herrlicher Morgen.

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Der Mond scheint noch am Morgenhimmel

Also nichts wie runter ans Wasser und testen, ob ich schwimmen gehen kann.

Ich schätze, dass das Wasser so 14/15 Grad hat. Also nichts wie rein.

Als ich raus gehe, ruft mir ein Jogger von der Straße zu, ob es nicht kalt sei. Ich antworte, dass ich es wunderbar finde. Für ihn muss ich verrückt sein, denn ich bleibe sogar noch in meinem nassen Bikini am Strand sehen und genieße einfach den Morgen. Er joggt weiter. Als ich mich dann angezogen habe und zurück zu meinem Appartement laufe, kommt er nochmal vorbei und wir unterhalten uns kurz. Es ist ja echt nett, dass er mein Italienisch scheinbar so gut findet, dass er mich in normalem (italienischen) Sprechtempo zutextet, aber ich habe echt Schwierigkeiten ihm zu folgen. Und sizilianisch ist auch für mich nochmal etwas schwerer zu verstehen, als römisch. Aber ich genieße die Unterhaltung trotzdem. Er schwärmt von Cefalù und sagt, ich müsse unbedingt wieder kommen. Das werde ich sicher auch irgendwann.

Der Tag verspricht toll zu werden.

Ich ziehe mich schnell um und springe in mein Autochen. Mein Plan für heute ist Agrigent und das Tal der Tempel und die türkische Treppe und dann vielleicht noch ein bisschen an der Südküste entlang fahren.

Allein die Fahrt ist traumhaft. Die Gegend ist wunderschön. Man fährt durch den Parco delle Madonie. Sattes, saftiges Grün, abwechslungsreiche Natur und dazu ein strahlend-blauer Himmel. Ich bin glücklich!!! Und im Radio wundervolle italienische Musik. 🎶🎶🎶

Eigentlich soll man beim Fahren ja keine Fotos machen, …

Nach etwas mehr als 2 Stunden bin ich in Agrigent. Ich halte an einer kleinen Panetteria und kaufe mir ein Schokobrötchen und 2 Arancini. Und dann fahre ich weiter ins Valle dei Templi, Tal der Tempel. Um 12:30 bin ich da.

Vom Parkplatz aus wird ein Shuttle angeboten, aber ich entscheide mich dagegen. Nach der langen Fahrt laufe ich gerne. An der Kasse frage ich, ob es einen Plan gibt. Das Gelände soll ja sehr groß sein. Nein, ist die simple Antwort. Tja, dann hoffe ich mal das die Wege klar ausgeschildert sind oder es sowas wie n Rundweg gibt. Zur Not photographiere ich die große Tafel ab.

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Das Tal der Tempel gehört ebenfalls zum UNESCO Weltkultur Erbe.

Als erstes betritt man einen Hain in saftig sattem Grün bis man and der ehemaligen Schutzmauer ankommt, der Porta V.

Ein kleiner Pfad schlängelt sich durch die Porta V und dann steht man auch schon auf der ersten großen Stätte. Was sofort ins Auge sticht sind die Überreste des Tempio di Castore e Polluce (dei Dioscuri). Das waren wohl mal zwei Tempel, aber nur von dem kleineren stehen noch vier Ecksäulen

Und dann mache ich diese süße Bekanntschaft. Ich dachte erst, dass er mit anderen Besuchern hier ist, aber als die weggehen ohne nach ihm zu schauen und er lieber mir folgen will, wunder ich mich ein bisschen. Dann rennt er aber zum Glück zu den nächsten Besuchern und ich gehe Richtung Gärten von Kolymbéthra.

Diese Gärten sind glaube ich das Paradies, der Garten Eden. Wenn man die Gärten betritt hat man sofort wunderbare Düfte in der Nase und die Luft, die hier samtig zu sein scheint, schmeichelt sich ums Gesicht. Es ist einfach himmlisch. Die nette Dame and der kleinen Hütte erklärt mir, wo ich lang laufen soll, um alles zu sehen. Wenn ich wolle, dann könne ich auch über die stillgelegten Gleise auch noch zum Tempio di Vulcano.

Ich komme wieder am Tempio dei Dioscuri raus. Ich laufe über ein Gebiet, wo früher auch Häuser standen, von denen man bei dem vielen Grün aber nichts mehr erkennen kann. In der Area del Tempio di Zeus liegen riesige Tempelreste und Steine. Ein bisschen weiter sind Grundmauern von weiteren Gebäuden und von einem Aussichtspunkt aus kann man bis zum Grab des Theron sehen.

Dann führt der Weg über eine Brücke über die Straße. Und man kommt zum Tempio di Ercole, zum Herkulestempel. Bei diesem Tempel steht noch mehr, fast eine ganze Längsseite. Imposant!

Direkt hinter dem Tempel ist die Villa Aurea. Hier hat 1921 bis 1933 der englischen Archäologen Sir Alexander Hardcastle gewohnt, als er an den Ausgrabungen arbeitete.

Und dann blickt man die Straße entlang direkt auf den Tempio della Concordia, den Concordiatempel.

Auf Wikipedia gibt es eine Farbrekonstruktion in der der Tempel weiß erstrahlt mit rotem Dach und blauen Verzierungen. In solchen Momenten wünsche ich mir eine Zeitmaschine. Ich wäre gerne Priesterin hier gewesen.

Auf dem Weg zum letzten Tempel in dieser Reihe komm ich noch an Überresten von Mauern, Häusern, Öfen vorbei.

Es gibt noch einen kleinen, recht jungen Olivenhain mit Bäumen, die dort dank einer Patenschaft stehen.

Der letzte Tempel, am östlichsten Ende des Geländes, ca 2,5 km Luftlinie vom westlichsten Temio di Vulcano entfernt, ist der Tempio di Giunone, der Junotempel oder Heratempel.

Von hier aus muss ich jetzt wieder zurück. Knapp 1,5 Stunden bin ich jetzt schon hier und ich genieße es. Der Shuttle steht zwar vorm Tempel, aber ich möchte laufen. Beim Concordiatempel hatte ich noch eine wunderschöne bronzene Skulptur entdeckt, die aber von einer Gruppe amerikanischer Touristen belagert war.

Ein Stückchen weiter unterhalb ist ein Gehege mit wunderschönen Ziegen. Girgentana Ziegen. Man kann auch hier Patenschaften übernehmen.
Die haben wunderschöne gedrehte Hörner.

Wenn man den schmalen Weg rechts nimmt, dann kommt man zu den Necropoli Paleocristiana, den alten Grabstätten.

Hinter den Resten des Tempio Di Zeus Olympios geht es noch zum Tempio di Giove Olimpico. Das Olympieion von Akragas war der größte Tempel im dorischen Stil und der drittgrößte griechische Tempel der Antike überhaupt.

Kulturell gesättigt mache ich mich auf den Weg zurück zum Auto. Der kleine Welpe hüpft durch den Klee und jagt Schmetterlinge. Als er mich sieht, kommt er zu mir gelaufen und begleitet mich zum Ausgang. Als er dann aber schurgerade ins Kartenhäuschen spaziert, ist mir klar, dass er hierher gehört.

Nächstes Ziel:
Die türkische Treppe – Scala dei Turchi

Ich folge meinem Navi, allerdings finde ich an der Stelle, an die mich das Navi lenkt nichts besonderes. Und Ausschilderung ist nicht die Stärke der Italiener. Da ich ein einer kleinen Aussichtsplattform vorbei gekommen bin, fahre ich dahin zurück, parke das Auto ein wenig abseits und laufe den Rest. Der Blick ist schön, aber dass es hier aussehen würde als stünde man an einem Eisberg, davon sehe ich nichts.

Ein älterer, sonnengegerbter Mann steht auch am Holzgitter und blickt auf’s Meer. Als er sieht, dass ich Fotos mache, fängt er an mir auf italienisch zu erklären, dass das die türkischen Treppen sind und dass er aus Realmonte ist, einem Ort weiter westlich, mit einem „Leuchtturm“. Scheinbar hat er wohl von Touristen ein paar deutsche Worte aufgeschnappt. Er erklärt mir auch, dass man auf die Treppe gehen kann und er würde mich dahin begleiten.

Auf einer sehr steilen Straße fahren wir runter ans Meer.
Er redet viel, ich verstehe nicht alles, obwohl er sich Mühe gibt touristenverständlich langsam und einfach zu sprechen. 😀 Wir laufen am Strand entlang. „Da hinten ist Lampedusa, eine sehr schöne Insel.“ Seltsam und schön, wenn man diesen Namen bisher nur in Zusammenhang mit Flüchtlingsdramen gehört hat.

Er ist ganz begeistert davon Fotos zu machen. Dauerte allerdings etwas, bis es geklappt hat, da man bei meiner Digitalkamera natürlich durch keinen Sucher schauen kann. 😉

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Er will allerdings auch immer gleich sehen, wie die Fotos geworden sind, die ich gemacht habe.

Und dann nähern wir uns der Scala dei Turchi.

Es ist wirklich beeindruckend. Diese weiße Gesteinsformation mitten am Strand. Im Sommer ist es hier überfüllt, erklärt mein Begleiter. Das kann ich mir sehr gut vorstellen. Und dann steigen wir auch auf das herrliche Weiß. Es hat was Unwirkliches, Märchenhaftes.

Ich nehme mir ein paar kleine abgebrochene Stücke der Treppe mit und sammle am Strand noch ein paar Muscheln. Am Auto verabschiede ich mich von meinem Tourguide wieder und fahre weiter Richtung Westen. Ich hatte mir erst überlegt hier irgendwo zu essen, aber ich bin so satt von den Eindrücken, dass ich lieber zurück nach Cefalù fahre. Vielleicht geh ich noch ins Kino. Auf jeden Fall will ich den Abend ruhig gestalten und nicht im Auto.

In Cefalù angekommen laufe ich am Kino vorbei. Es ist offen und um 8 Uhr läuft ein italienischer Weihnachtsfilm. Natale a Londra. Den werde ich mir anschauen. Das Plakat ist bunt und verspricht eine Komödie. Vorher hole ich mir aber noch ein paar Dolci am Dom. Eine kleine, feine Selektion Köstlichkeiten:

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Das Theaterchen ist wirklich süß und hat viel Charme. Ausser mir sind allerdings nur noch 3 andere Leute heute an dem Film interessiert. In der Vorstellung davor war dafür mehr los.

Bis es losgeht, vernasche ich meine Dolci.

Der Film ist so bunt und lustig, wie das Plakat verspricht. Ich gestehe, dass ich sprachlich nicht viel verstanden habe, aber der Film erklärt sich auch so wunderbar und macht Spaß.

Jetzt hab ich aber richtig Hunger. Ich werde mein Glück noch mal bei Lo Scoglio Ubriaco versuchen. Die hatten den Couscous mit Fisch auf der Karte.

Am Dom bietet sich mir dieser herrliche Anblick ❤

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In dem kleinen, gemütlichen Restaurant, dass im Sommer eine Terrasse direkt über’m Meer hat, werde ich auf’s beste bedient. Ich nehme ein Carpaccio di polpo und dann den Couscous mit gegrilltem Radicchio.

Allerdings ist die Portion viel zu groß, ich muss was übrig lassen.
Satt und glücklich spaziere ich noch mal zum kleinen Hafen.

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Das Pärchen, das beim Essen am Nachbartisch saß, sitzt jetzt knutschend auf der Bank am Kai. Sehr verständlich! Ist auch einfach zu romantisch hier!

Ich laufe nochmal am Cafè Duomo vorbei. Ich dachte die hätten sicher schon zu, aber als ich ankomme herrscht da noch reges Treiben. Im Schaufenster hatte ich so schöne Souvenier-Boxen mit kleinen Sünden gesehen. Ich kaufe 5 als Mitbringsel und hoffe ich bekomme die alle verstaut.

Dann packe ich schon mal ein bisschen Koffer und kuschel mich ein letztes Mal unter die Decke, um beim Meeresrauschen einzuschlafen.

Morgen geht es schon wieder zurück.

Was für eine schöne Zeit ❤ ❤ ❤

*** BUONANOTTE ***

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